Basische Körperpflege zum Schutz vor Übersäuerung

Bei vielen Menschen findet heutzutage ein Umdenken in der Verwendung von Körperpflegeprodukten statt – und das zu Recht. Hat doch in der Kosmetikindustrie in den vergangenen Jahrzehnten eine immer stärkere Verschiebung hin zu „sauren“ Pflegeprodukten stattgefunden.

Als „sauer“ bezeichnet man pH-Werte, die auf der Skala von 1 bis 14 unterhalb des Neutralwertes 7 liegen. Alles darüber ist demzufolge basisch. Bereits in den 1950er Jahren fingen Kosmetikhersteller an, zunehmend auf saure Körperpflegeprodukte umzustellen. Dabei reinigten sich unsere Vorfahren noch ausschließlich basisch, z.B. mit Kern- und Schmierseife oder Quarkwickeln. Die Haut war bei weitem noch nicht so gestresst und hatte genügend Zeit, nach der Reinigung Hautfett zu produzieren.  

Gefahren durch saure Hautpflege

Pflegemittel mit saurem pH-Wert können die Regulationsfähigkeit der Haut zerstören. Durch meist chemisch hergestellte und noch dazu parfümierte Bade- und Duschgels wird der Haut Fett entzogen, das wiederum durch saure Körperlotionen zurückgeführt wird. Eine natürliche Rückfettung findet nicht mehr statt, die Talgdrüsen verlieren mit der Zeit ihre entsprechenden Fähigkeiten. Zudem schließen Säuren – auch bei biologisch aufgebauten Produkten – die Poren, wodurch Ausscheidungen über die Haut behindert werden und es zu gesundheitsschädigenden Ablagerungen kommen kann. Fehlt den eingelagerten Säuren das basische Umfeld um über die Haut zu entweichen, werden sie in den Körper zurückgedrängt.

Übersäuerung des Körpers

Natürlich sind nicht nur saure Hautpflegeprodukte für die Übersäuerung und daraus entstehende Probleme verantwortlich. Auch falsche Ernährung, Rauchen, Alkohol, bestimmte Medikamente, Stress und die Erkrankung von Ausscheidungsorganen tragen ihren Teil dazu bei. Ein dauerhafter Säureüberschuss belastet den gesamten Organismus und kann neben Hautunreinheiten und einer Erschlaffung des Bindegewebes auch zu vielfältigen Beschwerden wie Kopfschmerzen, erhöhter Infektanfälligkeit, Verdauungsstörungen, Bluthochdruck und verstärkten Allergiesymptomen führen und Krankheiten wie Diabetes oder Osteoporose fördern.

Anfälligkeit für Pilze

Mit zunehmender Körperhygiene steigt auch die Wahrscheinlichkeit allergischer Reaktionen insbesondere auf chemische und saure Pflegemittel. Derartig angegriffene Haut ist ganz besonders anfällig für Pilze, die generell ein saures Milieu bevorzugen. Entsprechend kommt es in der heutigen Zeit immer häufiger zu Pilzinfektionen wie Haut-, Nagel-, Fuß- und Genitalpilzen. Entzieht man diesen Pilzen jedoch das saure Körpermilieu, sind sie nicht überlebensfähig.

Basische Körperpflege und der Säureschutzmantel

Immer wieder ist vom sogenannten Säureschutzmantel die Rede, der erhalten bleiben müsse. Aber gibt es diesen wirklich? Viele Experten halten ihn für ein reines Werbeargument der Kosmetikindustrie, um den Absatz saurer Pflegeprodukte zu erhöhen. Dass die pH-Werte unserer Haut in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter gesunken sind, führen sie nicht auf einen natürlichen Säureschutz zurück. Vielmehr brauche der Körper das Ausscheidungsorgan Haut, um mit der steigenden Säurebelastung durch Ernährung und Lebensweise fertig zu werden, wenn Nieren, Darm und Lunge davon überfordert sind.

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Von Natur aus basisch

Schon das Fruchtwasser im Mutterleib ist mit einem pH-Wert von 8,5 basisch, ebenso wie die Haut eines Babys nach der Geburt. Auch unsere Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel oder Tränenflüssigkeit befinden sich mit pH-Werten zwischen 7,35 und 7,5 von Natur aus im leicht basischen Bereich. Und die für uns so lebenswichtige Sauerstoffversorgung findet ebenfalls im basischen Milieu statt, während Sauerstoffmangel durch Übersäuerung zu Zellirritationen führen kann. Fälschlicherweise werden heutzutage häufig Hautpflegeprodukte mit einem pH-Wert von deutlich unter 7 als „pH-neutral“ bezeichnet. Das rührt daher, dass sich die Kosmetikindustrie an den Werten der Hautoberfläche orientiert, die bei den meisten Menschen vorherrschen.

Vorteile basischer Hautpflege

Eine basische Hautpflege kann ihren Beitrag zur Entsäuerung des gesamten Körpers leisten. Sie unterstützt die natürliche Funktion der Haut, eingelagerte Säuren und Schlacken werden aus den Zellen gelöst und in die basische Umgebung abgegeben. Dabei wird nicht nur die Haut entschlackt und vitalisiert, sondern der gesamte Körper kann von den Effekten durch die Entsäuerung profitieren. Dazu tragen beispielsweise basische Voll- oder Fußbäder wie auch die regelmäßige Verwendung basischer Haut- und Haarpflegeprodukte bei. So werden beispielsweise die Talgdrüsen durch entsprechende Körperpflegeprodukte angeregt, die natürliche Rückfettung der Haut zu aktivieren. Im Idealfall sollten basische Körperpflege und basenreiche Ernährung kombiniert werden.

Autor: Helmut Hurle

Die hier veröffentlichten Informationen werden nach bestem Wissen weitergegeben. Es handelt sich nicht um Diagnose- oder Therapieanweisungen. Bei dem Verdacht auf eine Erkrankung suchen Sie unbedingt Ihren Arzt oder Heilpraktiker auf. Die Veröffentlichungen dienen zu Ihrer Information und Weiterbildung. Wir schließen die Haftung für Schäden jedweder Art, die durch die Anwendung der Angaben direkt oder indirekt entstehen, aus.

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