Unser moderner Lebensstil könnte evolutionär betrachtet kaum weiter von den Lebensbedingungen unserer Vorfahren entfernt sein. Dabei hat sich unser Erbgut seit der Steinzeit nur um ca. 0,1 % verändert.
Das bedeutet: Unser Stoffwechsel funktioniert noch immer fast genauso wie vor 40.000 Jahren.
Doch während wir heute in einer Welt voller verarbeiteter Lebensmittel, Milchprodukte und Getreide leben, war die Ernährung unserer Vorfahren völlig anders – und genau daran sind unsere physiologischen Abläufe bis heute angepasst.
Evolution & Ernährung: Was unsere Gene verraten
Die Menschen der Steinzeit lebten von dem, was sie jagen und sammeln konnten:
Tierische Quellen: Jagdbeute, Fisch, gelegentlich Aas
Pflanzliche Nahrung: Früchte, Beeren, Blätter, Wurzeln, Nüsse
Keine Landwirtschaft: Kein Getreide, keine Hülsenfrüchte, keine Milchprodukte
Diese Ernährungsweise war proteinreich, gleichzeitig aber voller frischer, pflanzlicher Kost.
Untersuchungen zeigen, dass der Proteinverzehr in der Steinzeit bis zu 3-mal höher war als heute.
Trotzdem wirkte die Ernährung basenüberschüssig, weil die große Menge an frischem Obst und Gemüse die Eiweißlast ausglich.
Der Säure-Basen-Haushalt damals und heute
Wissenschaftler haben berechnet, dass die Steinzeit-Ernährung im Schnitt einen Basenüberschuss von ca. 80 meq pro Tag lieferte.
Unser Körper erhielt also täglich eine basische Entlastung, die den Stoffwechsel im Gleichgewicht hielt.
Heute ist das Verhältnis oft umgekehrt:
Viel Getreide und Getreideprodukte
Tierische Fette und verarbeitete Fleischwaren
Milch & Milchprodukte als Standard
Weniger frische, basenbildende Pflanzenkost
Das Ergebnis:
Die heutige Durchschnittsernährung erzeugt einen Säureüberschuss von 50–100 meq pro Tag.
Unser Organismus, der noch immer auf Basenüberschuss programmiert ist, muss diesen Überschuss an Säuren permanent ausgleichen – z. B. über Puffersysteme in Blut und Gewebe.
Langfristig kann das den Körper belasten.
Was bedeutet das für unseren Alltag?
Wenn wir verstehen, dass unser Stoffwechsel auf Steinzeitbedingungen ausgerichtet ist, wird klar:
Wir brauchen mehr basenbildende Lebensmittel, z. B.
Gemüse und Salate
Obst und Beeren
Kräuter und Keimlinge
Gute Säurebildner wie Nüsse, Samen und hochwertige Eiweiße sind weiterhin wichtig,
sollten aber durch reichlich Basenbildner ausgeglichen werden.
💡 Praktischer Tipp:
Richte deine Mahlzeiten so aus, dass sie basenüberschüssig sind.
Ein einfaches Verhältnis ist 2/3 basenbildende und 1/3 gute säurebildende Lebensmittel.
So unterstützt du deinen Körper dabei, wieder in seine natürliche Balance zu finden – genau so, wie es unsere Gene vorsehen.
Fazit: Unsere Gene wollen Basen
Unser Stoffwechsel hat sich seit der Steinzeit kaum verändert, unsere Ernährung dagegen dramatisch.
Während unsere Vorfahren täglich einen Basenüberschuss von rund 80 meq hatten, liefert unsere moderne Kost oft bis zu 100 meq Säureüberschuss.
Wer sich basenüberschüssig ernährt, lebt nicht nur im Einklang mit seinem Körper,
sondern schenkt ihm genau das, was er seit Jahrtausenden kennt: Balance statt Übersäuerung.
Autorin: Manuela Schuster